Der Gartenbauverein Gessertshausen und Umgebung e.V. informiert

Am Samstag den 27.02.2021 haben wir den Heckenschnitt mit schwerem Gerät zerkleinert. Danke hier an die Helfer Martin, Monika, Erwin, Gebhard und Hubert.

Am 05.02.+06.02.2021 wurde die Hecke  an unserer Streuobstwiese geschnitten. Bedanken  möchte ich mich hier bei den Helfern Josef, Reinhard, Jonas, Martin, Hubert und Gebhard.

An zwei sehr anstrengenden Tagen haben wir unsere Streuobstwiese wieder etwas ansehnlicher gemacht. Hier nochmal wie sie vor dem Beginn der Pflege aussah.


Mit dem nun durchgeführten Schnitt wurde wieder Platz für die Apfelbäume geschaffen was man auf den  Bildern sehr gut sehen kann. Um wieder eine ökologisch wertvolle Hecke zu bekommen muss in den folgenden Jahren ein gezielter Schnitt  durchgeführt werden. Wichtig ist hier eine Verjüngung aber auch das sie wieder dicht wird und somit unseren heimischen Vögeln als Lebens- und Wohnraum dient.

Der Gartenbauverein steht durchaus dafür der Natur auch seine Freiräume zu lassen und nicht nach einem Besenreinen Garten zu streben. Manchmal muss dann auch mal mit drastischen Maßnahmen wieder etwas Raum geschaffen werden.
Dies für alle Kritiker, die wissen das so extrem nicht zurückgeschnitten wird.




Was noch erledigt werden muss, das Schnittgut muss noch zerkleinert werden. Ich bin auf der Suche nach einem großen Häcksler, wie auf den Bildern ersichtlich durchaus sinnvoll. Sobald einer organisiert ist, werden wir uns an die Arbeit machen und die Streuobstwiese wieder ansehnlich machen. Dazu werde ich wieder einen Aufruf starten, Helfer sind gerne willkommen beim Gartenbauverein Gessertshausen.






Das erledigen des Zerkleinerns wurde nun auch erledigt. Hier ein paar Bilder von unserem Arbeitseinsatz. Es muss aber noch ein oder zwei Tage gearbeitet werden um unser Streuobstwiese wieder auf Vordermann zu bringen. Schon am Samstag wurde begonnen die Apfelbäume mit einem Pflegeschnitt zu versehen. Die Arbeiten sind aber  noch nicht abgeschlossen. Ebenfalls  muss noch etwas aufgeräumt werden da noch faulige Äpfel unter den Bäumen liegen damit keine Schädlinge sich dort halten können.




Die fleißigen Helfer bei der Arbeit





oder beim Apfelbaumschnitt.











Der Gartenbauverein Gessertshausen will auch in 2021 wieder Blühflächen anlegen. Wir werden uns auf mehrjährige Blühflächen konzentrieren.

Sie sind am geeignetsten, wenn es regionale Samenmischungen von zertifizierten Anbietern sind. Die mehrjährigen Blumenmischungen für die Frühjahrssaat enthalten alle auch Anteile mit zwei- und mehrjähriger Keimzeit. Dies bedeutet das Arten auch erst im zweiten Jahr nach der Aussaat blühen. Um bereits im ersten Jahr ansprechende Ergebnisse zu erzielen, werden einjährige Pflanzenarten beigemischt. Optisch gefallen die Frühjahrsmischungen vor allem im ersten Jahr, ihre ökologische Wirkung steigert sich im zweiten bis zum fünften Jahr. Bei ungünstigen Standortbedingungen kann zumindest bei den Bodenbedingungen gegengesteuert werden, zu fette Böden mit Sand anreichern, zu magere Böden müssen mit unkrautfreiem Mulch verbessert werden. Ab dem dritten Jahr ausbleibende Blüher durch eine gezielte Nachsaat ergänzen.  Grundsätzlich muss die Natur akzeptiert werden, weil sich standortbegünstigte Pflanzen über die Jahre durchsetzen. Die Frühjahrsmischungen erreichen überwiegend Wuchshöhen von 70 bis 120 cm. Nach fünf bis sechs Jahren ohne Nachsaat ist die Mischung ausgezehrt und sollte neu angelegt werden. 

Die Samenmischungen für die Herbstansaat enthalten einen höheren Staudenanteil, entfalten sich vollständig im zweiten und dritten Jahr und sind in der Regel etwas robuster. Sie erreichen Wuchshöhen von 80 bis 180 cm. Die Beimischung einjähriger Blüher ist in Art und Umfang geringer oder entfällt ganz. Der optische Eindruck ist geringer, sie wirkt etwas ungeordnet, ist aber ökologisch sehr wertvoll. Der Nutzen für die Vogelwelt ist deutlich höher einzustufen als bei der Frühjahrssaat. Eine Erneuerung der Blühfläche nach 6-7 Jahren ist sinnvoll. 

Der Gartenbauverein Gessertshausen und Umgebung e.V. bietet in 2021 Blühflächenmischungen für die Frühjahrsaussaat auf Rasen- und Wiesenflächen von sonnigen bis halbschattige Standorte an. In der Folge beschäftigen wir uns nur noch mit der für 2021 geplanten Samenmischung.

Der Gartenbauverein Gessertshausen beschafft eine größere Menge Saatgut und ist in der Lage dieses zum Einkaufspreis weiterzugeben. Wer mehr als 100 m² anlegen möchte bitten wir, sich bis 25. Jan. 2021 unter Tel. 08238/1734 oder gartenbauverein-gessertshausen@t-online.de zu melden. Die Kosten des zertifizierten Saatguts belaufen sich auf unter 18 € für 100 m². 

Ab Mitte März muss die gewählte Fläche vom bestandsbewuchs auf ca. 2cm abgemäht werden. Das Schnittgut abräumen. Aufbrechen des Bodens auf eine Tiefe von 20 bis 25 cm. Abhängig von der Größe das entsprechende Werkzeug wählen, für große Flächen bietet sich ein Pflug an, kleinere Flächen können mit der Fräse oder sogar Spaten bearbeitet werden. In den Folgejahren die Fläche ebenfalls bis ca. Mitte März mit einer Schnitthöhe von 5 - 6 cm mähen und das Schnittgutgut abräumen 

Von ca. Ende März bis Mitte April feinkrümlige Aufbereitung des Bodens auf eine Tiefe von 15 cm. Bei fetten Böden bitte Sand beimischen. Je nach Größe mit Fräse, Kreiselegge oder Rechen die Fläche aufbereiten. Pflanzenteile abräumen und gegebenenfalls tiefgründiges Wurzelwerk ziehen. 

Mitte April bis Anfang Mai ist die Ansaat, je nach Wettervorhersage zu planen. Drei Wochen mit Niederschlägen sind ideal für die Keimung, ansonsten muss die Fläche durch Wässern feucht gehalten werden. Ab der vierten Woche nach der Aussaat sollten für zwei bis drei Wochen keine Bodenfröste mehr auftreten. Das Saatgut wird im Gewichtsverhältnis 1/5 bis 1/8 mit trockenem Sand, Sägemehl oder Maisschrot gemischt. Je nach Größe mit Sämaschine, Saatwagen oder von Hand säen. Nicht mehr wie 1,5 Gramm Saatgut/m² ausbringen. Bei der Handsaat im Kreuzverfahren säen, je Richtung nur die Hälfte des Saatguts/m² ausbringen. Am Ende das Saatgut mit Glattwalze, Brett/Laden oder Schaufelrücken andrücken. Bei den Samen handelt es sich um Lichtkeimer, keinesfalls tief einrechen oder mit Erde bedecken. 

Nach vier bis fünf Wochen nach der Ansaat bei Bedarf Überwuchs mit einem Schröpfschnitt mit 5 bis 6 cm Schnitthöhe beseitigen und Schnittgut abräumen. Die Blattrosetten der Blüher dürfen nicht beschädigt werden. Am besten Balkenmäher oder Sense verwenden und keinen Rasenmäher. 

Mitte Juni und Mitte September die Fläche ein bis zweimal 5 bis 6 cm hoch mähen, nicht mulchen und Schnittgut abtrocknen lassen. Trockenes Schnittgut mit der Gabel oder von Hand aufschütteln und damit großflächig Samen verteilen. Anschließend das Schnittgut abräumen. Den späten Wuchs über den Winter stehen lassen. Wer nur einmal jährlich mäht tut dies am besten Mitte Juni; Wildbienen und andere Fluginsekten, viele Bodenlebewesen, Kleingetier und Vögel sind dankbar für natürliche Nahrung oder auch Winterquartiere. 

Mitte bis Ende März der Folgejahre wird starker Verkrautung mit Vertikutieren begegnet. An darauffolgenden Regentagen ist der ideale Zeitpunkt für eine bedarfsgerechte Nachsaat ausbleibender Blüher. Mit dieser Methode kann der Verödung der Blühfläche entgegengewirkt und mit geringem Saatguteinsatz die Blühfläche dauerhaft und ohne Neuanlage in ansehnlichem Zustand erhalten werden 

Unsere einheimischen Pflanzen sind überwiegend durch einen hohen, aber eher unscheinbaren Blütenstand gekennzeichnet. Nicht die optische Wirkung ist worauf es den schützenswerten Insekten und Kleinlebewesen ankommt. Vielmehr ist es wichtig regional beheimatete Pflanzen anzubieten, welche diese Lebewesen kennen, oder auf die sie sich nicht selten spezialisiert haben. Neben dem Nahrungsangebot darf die Wirkung auf Reproduktion, Unterschlupf und Überwinterung nicht vernachlässigt werden. Langfristig sind groß angelegte Blühflächen, möglichst in einem strukturellen Verbund mit ökologisch orientierten Hausgärten, eine Chance die Artenvielfalt unserer Heimat zu erhalten oder zurück zu gewinnen. Blühflächen die nur ein- oder zweimal im Jahr gemäht werden, verlieren in den Augen vieler Mitbürger über die Herbst- und Wintermonate an Attraktivität, sind aber Reservate und Rückzugsräume für viele Kleinlebewesen und ökologisch einer abgeräumten Blühfläche überlegen. Die Kritiker und manchmal auch überhebliche Ordnungsfanatiker sollten sich einmal eine herbstlich tauglitzernde oder winterlich beschneite, beziehungsweise reifbedeckte Blühfläche im Glanz der Morgensonne, im Wabern des Windes, mit diesem unnachahmlichen Farbenspiel ansehen; so ein Erlebnis ist schwer zu toppen und man beginnt zu begreifen, dass die Natur ihren eigenen Maßstab bezüglich Ordnung definiert.