Auch im neuen Jahr werden wir uns weiterhin den Blühflächen zur Ortsgestaltung widmen.

In 2020 gehen wir einen  Weg weiter bei unseren Blumenwiesen. Wir verwenden nicht mehr den, bis jetzt bekannten Blumenwiesen Samen, wir verwenden ab sofort einen Blühwiesensamen. Dieser Samen wurde von der Universität Tübingen erforscht und zusammengestellt. Die Zusammenstellung nimmt Rücksicht auf die Heimischen Arten der Insekten, auch nicht kultivierte Wildbienen und andere Insektenarten. Es ist aber nicht nur wichtig entsprechenden Samen zu verwenden. Auch wenn die Wiesen verblüht sind, sind diese noch wertvoll für Insekten und andere Kleinlebewesen. Aus dem Grund werden sie im Herbst nach der Blüte nicht abgemäht. Es bleiben Halme und darin enthaltene Samen für die entbehrungsreiche Jahreszeit für die bedrohten Arten erhalten.  Dieser Ansatz, den Garten vor Beginn des Winters nicht aufzuräumen, kommt sehr wahrscheinlich vielen als sehr ungewöhnlich vor. In einem natürlichen Umfeld tut dies aber niemand. So haben sich viele Arten auf diese Nahrungsgrundlage oder Winterquartier spezialisiert. Dies wollen und sollen wir erhalten.

Blumenwiese

Der eingebürgerte Begriff ist doch etwas irreführend, suggeriert der Begriff Wiese doch eine Mischung aus Gräsern, Kräutern und Wiesenblumen. In Wirklichkeit handelt es sich hier um Samenmischungen die vorrangig auf den optischen Reiz und nicht so sehr auf den ökologischen Nutzen ausgerichtet sind. Es handelt sich überwiegend um einjährige Blühpflanzen, teilweise außereuropäischer Herkunft, ohne Gräser-, Stauden- und Kräuteranteile. Die Blühphase ist kurz und intensiv. Das Blattwerk ist relativ unscheinbar und nicht bodendeckend. Entsprechend hoch ist der Pflegeaufwand. Feinkörnige Bodenaufbereitung, Einwalzen und Düngung sind notwendig. Generell sollte nicht vor der ersten Maiwoche an- oder nachgesät werden. Im Herbst werden die Blumenwiesen i.d.R. gemäht.  


Blühbiotop

Samenmischungen für Blühbiotope sind fast ausschließlich mehrjährige Blühmischungen, ergänzt um Disteln und Stauden mit ausgeprägten Samenständen und einem hohen Anteil verschiedener Sonnenblumenarten. Totholzablagen, Steinanschüttungen, sandige Böschungen oder künstliche Sandhügel in sonniger Lage, Wasserfurchen und Feuchtstellen, aber auch Strauchwerk bieten ideale Lebensräume für die gesamte heimische Fauna. Das Blühbiotop bietet Nahrung und Heimat nicht nur für alle einheimischen Insekten, sondern auch für Vögel, Fledermäuse, Igel, Mäuse, Frösche, Kröten und Lurche. Die Erstanlage erfordert eine gute Planung, ist aufwändig und benötigt ein größeres Flächenangebot. Auf vier bis fünf Jahre des Selbstüberlassens folgt ein aufwändiges Jahr der Runderneuerung. Mit Ausnahme der Brennnessel - sie liebt leichten, stickstoffhaltigen Boden - sind geringe Anforderungen an die Bodenaufbereitung und Düngung notwendig.






Blühflächen

Unter Blühflächen versteht man ein- oder mehrjährige einheimische Wiesenblumen-, Blühkräuter- und Blühstaudenmischungen mit einem ausgewogenen Nektar- und Pollenangebot. Die Mischungen können stärker auf Wild- und Honigbienen oder auf die Gesamtheit der Fluginsekten ausgerichtet sein. Die Mischungen entwickeln bei guter Bodenbeschaffenheit und ausreichend Wasserangebot intensives, bodendeckendes Blattwerk und sind entsprechend pflegeleicht. Die Blütenstände sind weniger spektakulär,  aber die Blühphase reicht von Ende Mai bis in den November. Die feinkörnige Bodenaufbereitung bei der Erstanlage und einjährigen Mischungen sowie Einwalzen ist notwendig, eine Düngung nicht erforderlich. Die Blühflächen werden im Herbst nicht abgemäht. Das  Blattwerk verrottet über den Winter, dient der Düngung im nächsten Jahr und die ausgetrockneten Blütenstände sind die Kinderstube der Insekten. Bei mehrjährigen Mischungen werden die verholzten Pflanzenteile  nicht vor Anfang Mai ausgerecht und bei Bedarf muss nachgesät werden.